Wichtigste Erkenntnis in den letzten 4 Tagen, die ich in Sydney verbracht habe: Nicht die Abgeschiedenheit und die Stille der Natur lässt in mir ein Gefühl von Einsamkeit aufkommen, nein, die Stadt, randvoll mit Menschen, Gebäuden, Geschäften und Cityabenteuern, sie lässt ein Gefühl von „sometimes I feel like a motherless child“ die Seele hinaufkriechen. Abends im Wald oder am See allein seine Sesamcracker mit Thunfisch zu essen ist fürs Gemüt wesentlich ungefährlicher als sich an einem Samstagabend in Sydney in ein Straßenrestaurant zu setzen. Um Dich herum nur Paare und größere Gesellschaften, alle verwickelt in Gespräche, Gelächter, Gemurmel und Geturtel. Und ich dazwischen in der Regel mit Blick aufs Budget nur Kleinigkeiten essend und mit meinen Gedanken allein. Da flüchtet man sich förmlich in den Schutz seiner Hotelwände. (Urselchen, ich war schon sehr knapp davor, DEN Satz zu sagen.)
Zweitwichtigste Erkenntnis, die nicht wirklich überrascht, aber doch deutlich spürbar ist: Die Natur lässt mich Mensch sein, die Stadt, insbesondere die Gegend, in der ich bin, fordert die Frau in mir heraus. Letztere(s) ist beim besten Willen aus meinem Reisekofferrucksack nicht herauszuholen. Kleines Gepäck bedeutet auch Verzicht auf Schnickschnack und „Trage ich ein- höchstens zweimal-Stücke und -Schuhe“. Und genau diese Teile nicht dabei zu haben, ist ein GROSSER Fehler. Ein SEHR GROSSER Fehler. Im bald folgenden Fotoalbum zeige ich, welche maximale Metamorphose derzeit möglich ist. Und, ich will es vorweg nehmen, das reicht NICHT für Sydney.
Und noch etwas Anderes vorweg: Die diversen orthografischen und grammatikalischen Fehler, die sich regelmaessig in meine Berichte einschleichen und von der ganzen Welt da draußen gelesen werden, sind beabsichtigt. Sie sollen Euch wach halten bzw. Eure Aufmerksamkeit schärfen. Also nicht über n’s wundern, die einfach mal wahl- und sinnlos an Wörter angehängt sind. Nein, im Ernst: Meinen kleinen Asus eee möchte ich keine Sekunde mehr missen – dieses kleine, federleichte Zwergenteil bereitet mir sehr treue Dienste und ich habe viel Freude an diesem stummen Begleiter, der alles klaglos mitmacht, was ich ihm zumute. Aber die Tasten sind nun doch recht winzig, so dass man gerne mal zwei Tasten gliechzeitig drückt. Und dann habe ich oft nicht mehr die Zeit, meine Berichte nochmals zu lesen, d.h. ich stelle sie einfach ein – seht mir die Fehler also nach.
So, meine Lieben, bitte weiter klicken zum Hauptprogramm. Bilder dazu folgen spater – bin momentan nicht in der Zivilisation. Diese aktuellen Texte haben netterweise sehr kleine gruene Maennchen fuer mich ins Netz gestellt – und das kostenlos.
Liebe Jutti,
das beklemmende Gefühl der Einsamkeit inmitten dieser so lebensfrohen Stadt kann ich mir gut vorstellen. Du bist aber nicht allein, den vielen Kommentaren zufolge hast Du jede Menge virtuell mitreisende Freunde an Deiner Seite!
Ich finde, dass Du das Allein-Reisen sehr gut meisterst. Ich schaue mir immer voller Fernweh Deine wundervollen Fotos an. Und übrigens: Hier verpasst Du nichts! Erwähnenswert ist nur das nicht enden wollende Schneetreiben zu Ostern. Igitt. Es ist so kalt, dass wir uns in der Wohnung eingeigelt haben.
Bitte schick uns gelegentlich etwas Sonne rüber.
Pass weiter gut auf Dich auf…
Good day, mate!
Von: Betti am März 24, 2008
um 2:51
Jutti,
ich kann Dir nur empfehlen, kauf Dir was zum wickeln, das kannst du dann am Strand als Badetuch gebrauchen, nach dem Duschen als Turban, vorgesorgt für Thailand hast Du dann auch schonmal. Viele, viele andere Anwendungen sind möglich…
Alles liebe,
U.
Von: Ulli am März 24, 2008
um 5:37
Cara, leider komme ich nicht hinterher mit deinem wunderbaren tagebuch; wir sollten langsma mal über den richtigen verlag nachdenken dafür! die kommentare der treuen leserInnen müssten allerdings dazu, die sind ja auch sehr unterhaltsam!!
komme grade von drei tagen eifel und bad neuenahr zurück; im vergleich zu der weltseite, durch die du tourst wahrlich ein kulturschock. meine mama ist 70 geworden am freitag, daher ein über tage dauerndes familientreffen an der ahr. war schön, aber auch etwas zu viel mit dem ganzen eiergedöns dazwischen.
bin ganz gefesselt von dem was ich von dir lese, habe huete abend stichprobenweise in die letzten tage geklickt … natürlich würd ich auch versuchen soviel wie möglich zu sehen und zu fahren … aber das schlaucht bestimmt bis zum anschlag. ich bewundere die kraft und verve die du zum schrieben deines tagebuchs hast, unglaublich (ein geschenk für alle die es lesen), aber vielleicht liegt darin ja auch ein quell der energie – was mich wiederum begeistert wieviel eine unserer ältesten kulturtechniken doch vermag.
also weiter hals und beinbruch, kraft, muße, sorpresas, und auf dass die lust am schrieben dich nicht verlassen möge und dich auch australien voll und ganz packt!!
alles liebe von deiner ollen paula & familie
Von: Paula am März 24, 2008
um 10:23
Asus Eee und Du – Ihr seid wirklich ein dreamteam … ICH WILL AUCH SO EINEN!!!!! Er frißt alles was Du sagst – er ist praktisch, sieht gut aus und funktioniert bei Bedarf – ein herrlicher stummer Begleiter – Perfekt!
Danke für die wunderbaren Gedanken und Gefühle, die Du in fesselnde (und nebenbei: fehlerfreie) Worte verpackst, Jutta-Schatz.
Ich drück Dich aus dem üssels Kölle und wünschte ich wär bei Dir…
Andrea
Von: Andrea am März 25, 2008
um 8:13
Mein liebes Schneejuttchen,
nach fast 3-wöchiger Pause tauch’ ich mal wieder auf – war 1,5 Wochen nur auf stressigen Messen mit super genervten Kunden, hab’ in der ständigen Hektik noch meinen Firmen-Diesel-Benz mit Super gefüttert und bin vor Schreck spontan erst mal 1 Woche zum Skiing (mit den 3 Eickis) in die Dolomiten geflüchtet. Dort konnte ich zumindest nicht vom Schnee in Deutschland „überrascht“ werden und vermochte dem zu erwartenden, syphisanten Kommentar unseres Firmen-Bosses zu entfliehen, warum ich die 3.500,00 EUR Reparaturkosten nicht doch besser in weitere, champagner-getränkte Kunden-Incentives investiert hätte…. Um so prickelnder, welch’ fabelhalfte Bilder Du uns aus Sidney gönnst. Sind zumindest mehr Geld wert, als Du für den nahenden Thailand-Aufenthalt benötigen wirst. Auch klamottentechnisch verlangen Dir Bangkok, der Norden, der Süden und/oder die Inseln sicherlich weniger ab als Sidney-City. Und Stunden der Einsamkeit – das wissen wir doch selbst als Singles – treffen auf mehr „Pärchen-Hälften“ zu, als man gemeinhin annehmen mag. Oder vermißt Du in Sidney tatsächlich unrasierte, schnarchende Bettnachbarn, herumfliegende + stinkende Männersocken, Alkoholfahnen und das ständige Genörgel, warum es im „Simpsons“ zwar ein geiles Ambiente, aber kein DSF, geschweige denn die Sportschau gibt……?! – Nichts desto trotz freut man sich lieber zu zweit, als allein. Da müssen wir uns alle nichts vormachen. Aber alles geht nun mal nicht….(Geiler Spruch – stammt, glaube ich, von meiner Mutter. Könnte sie dafür immer noch kreuzigen, die Liebe. Aber unsere Mamas haben leider auch öfter mal recht….müssen wir wohl gelegentlich hinnehmen). Jetzt aber zurück zu den Fotos: Was war da eigentlich mit dieser Kleingruppe schlips-tragender Schlitzaugen……? Lief da was….? Mit wem genau…….? Oder mit allen etwa…..? Oder sollten die Jungs alle zufällig von meinem Kunden LG gewesen sein, von dem ich mir nächsten Monat in Seoul dann anhören muß, wie wild, erotisch, offensiv und unwiderstehlich doch deutsche Touristinnen in Australien „umherstreunen“……? Oder hat doch das ein- oder andere Schlitzauge im Vorfeld kapituliert, weil es fürchtete, nie aus dem langen Jutti-Schatten (geiles Jutti-Schatten-Foto übrigens!) heraustreten zu können….?! – Wie auch immer – unter der langen weissen Wolke werden sie vermutlich auch nicht länger verweilt haben können als Du, die Du immerhin die „glückliche“ Situation wahrgenommen hast, diesen offensichtlich tollen Ort erleben und die Zeit dort selbst gestalten zu dürfen. Keiner redet Dir rein und will nach Osten, wenn es Dich nach Westen zieht oder tauchen gehen, während Du aus Angst vor einer „Fisch- und Sonnenallergie“ lieber tagelang auf der dunklen Pritsche eines gestrandeten, unter griechischer Flagge umher irrenden U-Bootes pennen würdest….
Meine Liebe, es ist gar nicht mehr so lange, bis Du zrückkommst und sich alle auf Dich und Deine Geschichten freuen. Guck jetzt nicht aufs Geld, geh’ lieber spülen und gönn’ Dir was in den letzten Wochen. Hier warten eh nur das Finanzamt oder der Kuckuck……….
In diesem Sinne, mach’s Dir weiter nett. Kannst stolz sein auf diese „Single-Tour! Dickes Bussi, KD
Von: KD am März 27, 2008
um 12:05