Verfasst von: Jutti_down_under | Februar 28, 2008

Kia ora!

Tag 1 und 2 – Auckland

 

Kia ora! (so rufen die Maori zur Begrüßung – ein schlichtes Hallo). Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Ich bin jetzt schon – nach knapp 48 Stunden in diesem Land – überwältigt. Die ersten Eindrücke sind fantastisch. Fangen wir mit dem Wetter an: 24 Grad, stahlblauer Himmel, an dem ab und an eine lange, weiße Wolke auftaucht. Glasklare, frische Luft (wie mag sich das erst auf dem Land anfühlen?). Atmosphärisch eine Mischung aus Südsee, Norwegen, England, und Südeuropa (hier zirpen die Grillen lauter als in Griechenland). Für diese skurrile Mischung sorgen die unglaublichen Bäume und Pflanzen, die das Auge immer wieder erspäht. Nikau, Puriri, Taraire, Pohutukawa, Kawaka, Kanuka, Manuka und der alles überragende, gigantische Kauri (den ich noch gar nicht “in echt” gesehen habe) – diese und zahlreiche andere einheimischen Bäume lassen mich staunen und wundern. Maori bezeichnen Bäume übrigens als „die Kinder Tanes“ und Tane ist der Gott des Waldes; er zählt zu einer ganzen Reihe von Göttern, die die Maori verehren – aber davon später mehr. Aus diesen Bäumen tönen außerdem sehr exotische Vögel mit noch exotischeren Stimmen – zusammen mit den Grillen ergibt das einen herrlichen Chor. Der gemeine Spatz und die dumme Duwe sind offensichtlich auf der ganzen Welt zu Hause und sehen auch so aus wie die deutschen Exemplare. Aber das ist wohl eher ein uninteressantes Detail.

 

Auckland steht auf einer riiiiiiiiiiiiiesigen, 60,000 Jahre alten Vulkanlandschaft – davon zeugen unzählige kleine und größere Vulkankegel, die sich über das gesamte Stadtgebiet erstrecken. Auf einem dieser Hügel, mitten im Auckland Domain, einem 80 ha großen Park, liegt das Auckland Museum – hier begann meine Entdeckungstour durch die heimliche Hauptstadt. Hier erfährt man viel Wissenswertes über die Geschichte der Insel(n) und über die eigenwillige Flora und Fauna des Landes.

Nach einem ausgiebigen Streifzug durch den Park bin ich anschließend am Skytower, Wahrzeichen der Stadt und höchstes Gebäude der südlichen Hemisphere gelandet. 328 Meter in 40 Sekunden überwunden und schon bot sich mir ein absolut spektakulärer Blick auf die Stadt, den Hafen und das Meer. Außerdem durfte ich Verrückten zusehen, wie sie sich von diesem Turm in die Tiefe stürzen (lassen). Ich halte die natürlich für bekloppt, aber Outdooraktivitäten mit thrill gibt es hier ohne Ende. Als wenn das Leben nicht genügend Aufregung, Spannung, Abstürze :) und Herzklopfen bereit halten würde. Mir reicht das vollkommen. Und außerdem erinnere mich an meine ein zige Erfahrung im paragliding….aber das ist wieder eine andere Geschichte.

 

Heute, 28.2. habe ich den Hafen und Davenport erkundet. Letzteres liegt sozusagen am Ende und dann um die Ecke von Auckland und ist am schnellsten mit der Fähre zu erreichen. Sind eine Art bescheidene „little Hampton`s“. Ein kleines, sehr malerisches (ja, das Wort passt da wirklich) Örtchen, das mit Stränden, Kolonial-Holzhäuschen und einem sehr gemütlichen Rhythmus überzeugt. „No worries“ – das hört man hier, aber auch in Auckland andauernd. Hier ist wirklich NIX ein Problem. Für alles scheint der Kiwi eine Lösung zu finden. Und das schnell, aber ohne Hektik oder Panik. Äußerst sympathisch.

 

Was mir noch zu schaffen macht ist dieser Linksverkehr. Permanent schaut man beim Überqueren der Straße in die falsche Richtung und riskiert durch diese Unachtsamkeit Leib und Leben. Dabei bleibt es aber nicht. Auch ein harmloser Spaziergang durch die Stadt führt zu regelmäßigen Kollisionen: Man weicht grundsätzlich in die falsche Richtung aus (ich denke noch darüber nach, ob diese misslungenen Manöver unter Umständen gar für eine Kontaktaufnahme hilfreich sein könnten…. Ihr wisst schon,.. der Surfer, oder der Schafpelzträger ..oder der Kiwikönner. Na ja, auf jeden Fall geht das so weiter: Drehtüren drehen linksrum, Toilettentüren sperren sich linksrum ab und, und und. Morgen hole ich meinen Mietwagen ab. Ich sach mal: Toi, toi, toi.

 

Fotografisch habe ich schon das eine oder andere kuriose Detail fest gehalten und ich habe beschlossen, sogenannte “Themen“-Alben zu veröffentlichen sobald ich genügend Bilder für die jeweilige Kategorie gesammelt habe. Zu den Themen zählen dann z.B. „Bäume“ oder „Briefkästen“, „Essen“ oder Mülltrennung” oder „Häuser“, etc. Für heute sollen einige wenige gemischte Bilder reichen. Übrigens: das Moana Vista, mein Bed & Breakfast 3-Zimmer-“Hotel“ ist wunderschön und liegt im hippen Viertel Ponsonby – sehr empfehlenswert! Fotos im Album.

 

 

Morgen geht es Richtung Norden. Jetzt beginnt das eigentliche Abenteuer. Into the wild. Ürigens ein mächtig beeindruckender und auch etwas verstörender Film von Sean Penn, der gerade angelaufen ist. Habe ihn – passender Weise – auf dem Hinflug gesehen. Ein wahre Geschichte von einem jungen Typ, der sich in die Wildnis von Alaska zurückzieht und dort auf tragische Weise stirbt. Der Film hält diese Geschichte fest – an manchen Stellen wird ein wenig dick aufgetragen, aber im Ganzen sehr sehenswert. Schöne Musik!

 

E noho ra (Auf Wiedersehen)

 


Antworten

  1. Kia oral ( habe ich verstörender Weise zuerst gelesen :) )
    Super Fotos,man gewinnt einen Eindruck.
    Das mit de Fös in schwindelnder Höhe fand ich besonders gut.Offensichtlich hast du auch schon deinen Elefanten gefunden, hat ja nicht lange gedauert. Schätze den muß man besonders hart wach küssen…Hats geklappt?
    Das Zimmer geht ja so grade…:)
    Bedeutet bestimmt ne große Not da übernachten zu müssen :)
    Was macht der Abfluß beim duschen, dreht sich doch auch anders rum. Was die alte Queen so alles fertig bringt mit ihrem Einfluß.
    Ich habe dir ein paar Mails aol.com geschickt.
    Mir kommts jetzt schon total lange vor…das kann ja was werden.
    Hope we skype soon…
    Big Bussi und Kio ora
    Love Betz


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